Im Wind der Inspiration

Ein leerer Raum, ein weißes Blatt Papier, das Nichts, die Einsamkeit, sind alles Ausgangspunkte für die Inspiration. Sie erfordert keine optimalen Bedingungen um zu entstehen, keinen vorgefertigten Plan, keine Perfektion oder Sättigung, aber kommt viel mehr aus dem Hungern, dem Leiden, der Lust und der Leidenschaft für etwas – und aus angeblichen Fehlern oder Zufällen. Ganz nach dem Motto: „Stay hungry, stay foolish!“, wie es Steve Jobs in seiner wohl berühmtesten Rede so prägnant sagte. Kreativität passiert dann, wenn aus dem Nichts das Etwas entsteht, wie der Phönix aus der Asche. Inspiration kann überall sein und aus dem Nichts kommen. Subjektiv wie eine Kraft, zeigt sie sich objektiv nur in ihrer kreativen Gestalt, Wirkung und Ausdruck. Das Unbekannte ist das, was den Entdecker bewegt – das endlose Meer, das unendliche Universum, die Gefahr und der Feind ist was den Helden und Kämpfer hervorbringt, die Stille was uns zum Singen bringt und der Tod und die Angst was uns zum Leben im Hier und Jetzt bewegt...

Platons Höhlengleichnis, Phantasie, Lernprozess, Freiheit

the inspiration page magazine peter häusser

Im berühmten Höhlengleichnis Platons sind Menschen von Geburt an in einer Höhle gefesselt und können seither nur die Schattenbilder bewegter Objekte betrachten, welche auf die Wand der Höhle projiziert werden, wie ein endloser Film. Diese Menschen sind überzeugt davon, dass die Schattenbilder die Realität darstellen, denn sie kennen keine Welt außerhalb der Höhle. Sie leben völlig zufrieden und haben sich ganz mit dieser Situation abgefunden, ohne jemals zu versuchen, sich von den Fesseln zu lösen oder ausbrechen zu wollen, da sie nichts anderes kennen als diese Höhlenwelt und sich sicher fühlen in dieser Höhle - und sich absurderweise sogar frei fühlen. Sie interpretieren in großem Wetteifer die Schattenbilder und erstellen dadurch ihr eigenes Weltbild. Wenn sie draußen, außerhalb der Höhle, die Welt sehen könnten, würden sie verstehen, dass die Schattenbilder gar nicht die Realität darstellten und sie eingesperrt in einer Scheinwelt lebten...

Woher kommt die Inspiration?

Kreative Menschen, Künstler, werden oft mit der Frage konfrontiert, woher sie ihre Inspiration für ihr Meisterwerk hatten. Woher? - diese Frage suggeriert schon, dass das Kunstwerk nicht nur ein Ausdruck des Künstlers alleine ist, sondern vielmehr ein persönlicher Ausdruck seiner Welt darstellt, und dessen Interpretation durch den Künstler! ....

Der Poet

„Wenn das Buch mein Körper ist, dann ist die Schrift meine Seele, und jede Seite darin ein Tag meines Lebens“, dachte sich der Poet, der gerade an seinem ersten Buch schrieb. Ja, er versuchte jeden Tag eine Seite zu schreiben – das heißt er versuchte mit jeder Seite seines Buches einen Tag zu verbringen. Es sollte sein erstes und sein letztes, und sein bestes Buch werden – jedenfalls ein Buch wie kein anderes, das für so viel stehen würde wie die unaufhaltsame Inspiration des Poeten. Er schrieb also mit seiner Seele um seinen leeren Körper zu füllen – dieses Buch, das kein Wissen übermitteln sollte, von dem man sagen könne es wäre richtig oder falsch, aber die Überzeugung, dass es einen freien Geist gibt – und freie Gedanken eines Menschen – nicht nur durch das Schreiben, sondern auch durch das Lesen dieses einen Buches...

Kreativität: Die Umsetzung von Ideen

Wenn ein Künstler ein neues Bild malt, wenn ein Musiker ein Lied komponiert, ein Tänzer eine neue Choreografie erstellt, ein Regisseur ein Drehbuch für einen Film schreibt, ein Architekt ein innovatives Gebäude plant, ein Arzt durch eine neue Therapie einen kranken Menschen heilt, ein Entrepreneur ein ganz besonderes Unternehmen gründet, ein Designer ein neues Produkt entwirft – all die Produkte welche wir jeden Tag benutzen waren einst nur Vorstellung und Idee eines inspirierten Menschen oder Teams. Wie wird man aber kreativ? ...

Wie zeigt sich die Inspiration?

Inspiration kann uns überall widerfahren: beim Spaziergang, beim Kaffee mit Freunden, im Gespräch, bei der Arbeit oder im Urlaub, die Natur in ihrer schönsten und schrecklichsten Form – ob bei Sonnenauf- oder -untergang, oder Gewitter, Sturm und Regen… sie trifft uns, wenn wir die Welt spüren und wir uns als Ganzes mit ihr sehen, nicht mehr abgetrennt als Individuum, sondern uns als essentiellen Teil dieser Natur wahrnehmen. Dann tauchen wir ein in das Wissen der Welt...